![]() |
Obstverarbeitung in Kilb |
| Kilb
war um die Jahrhundertwende ein Zentrum der Obstzucht und der Obstverarbeitung
in Niederösterreich. Dieser Stellenwert des Obstbaues war Anton
Sirninger zu verdanken. Er betrieb am Handlhof in Rametzberg und später
in Hackledt in Oberösterreich eine Baumschule, war Mitglied der Österreichischen
Obstbau- und Pomologen-Gesellschaft, Mitarbeiter des im Jahr 1913 erschienenen
Handbuches „Die Mostbirnen“ und Träger unzähliger Auszeichnungen
und Anerkennungsdiplome. Seine Verdienste um die Obstzucht und Verbreitung
hochstämmiger Mostobstbäume in Österreich wurden durch eine
im Rahmen der Linzer Mostbirnenschau im Jahr 1912 nach ihm benannte Birnensorte
besonders gewürdigt:
Sirningers Mostbirne. Bereits im Jahr 1907
begann Anton Sirninger mit der Produktion von Apfelchampagner, Kohlenberg-Sekt
genannt. Mit der Eröffnung der NÖ-Landesmusterobstmosterei
am 20. Oktober 1913 setzte er einen weiteren Meilenstein in der Obstverarbeitung
für Kilb und für das Land Niederösterreich. Die Mustermosteri
wurde als Kursstätte und Versuchsstation für die Obstverarbeitung
genutzt. Wurden anfänglich Most, Marmeladen, Säfte und Dörrobst
produziert, folgte ab 1925 mit der Errichtung einer „Beispielsbrennerei“
auch die Herstellung von Schnäpsen.
Der 90. Geburtstag der „Sirninger Birne“ und der „NÖ Landes-Musterobstmosterei in Kilb“ sind Anlass genug Ökonomierat Anton Sirninger (1863-1933) und seinen Nachfolger am Handlhof, Ökonomierat Franz Müllner (1896-1980), ebenso zu würdigen wie Josef Sirninger (1898-1985), der ab 1912 in der Baumschule am Handlhof beschäftigt war und 1926 eine eigene Baumschule in Freyen bei Kilb gründete, die heute noch von seinem Sohn Walter Sirninger betrieben wird. |
|
|
|