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Österreichischer Whisky
10. Oktober 2010
WhiskyerlebnisweltLava Braü

Whisky steht nicht nur für gehobenen Lebensstil, für Clubatmosphäre und Zigarrenduft sondern auch und vorallem für die Hauptproduzenten Irland, USA, Kanada (Whiskey) und Schottland (Whisky).

Neben den traditionellen, whiskyproduzierenden Ländern haben sich auch Japan, Indien, Neuseeland, Australien und Thailand dem Aushängeschild der "brown Spirits" gewidmet. In den letzten 15 Jahren hat sich auch eine alpine Whiskylandschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz entwickelt, deren Vielfalt vom holzfassgelagerten Getreidemalzbrand bis zum 12 years old Single Malt reicht. Diese Vielfalt rührt daher, dass alles Hochprozentige, bei dem Getreidemalzmaische zu einem Alkoholgehalt von weniger als 94,8 Volumsprozent destilliert, mindestens 3 Jahre in Holzfässer mit einem Fassungsvermögen von maximal 700 Litern gereift und mit einem Alkoholgehalt von mindestens 40 Volumsprozent angeboten wird als Whisky bezeichnet werden darf.

Einfach ist die Whiskyproduktion aber keineswegs und vielleicht ist auch das ein Grund, warum sich bekannte und weniger bekannte österreichische Obstdestillierien immer wieder und mit beachtlicher internationaler Anerkennung dem alpenländischen Whisky widmen. Für den Steirer Michael Weutz, einem der kreativsten österreichischen Whiskyproduzenten liegen zwischen dem Getreide und dem Whisky nicht nur die sieben Produktionsschritte Mälzen, Darren, Schroten, Maischen, Gären, Destillieren und Lagern sondern auch jede Menge Wissen, Phantasie, Kunst und Geduld.

Die Österreichische Whiskyszene ist - betrachtet man die letzten 5 Jahre - recht überschaubar. Da gibt es zum einen die Waldviertler Whiskybrenner - insgesamt 5 mit dem Leitbetrieb der Familie Johann Haider der "Whiskyerlebniswelt in Roggenreith. Das klimatisch rauhe Waldviertel scheint ein guter Boden für die Herstellung von Whisky zu sein. Neben Johann Haider widmen sich auch die NÖ Edelbrandsommeliers Oswald Weidenauer, Hermann Rogner und Günther Mayer sowie der Marillenhof von Brigitte Kausl der Herstellung eines Waldviertler Whiskys.

Eine Klasse für sich ist der Steirer Michael Weutz, der mit seiner in St.Nikolai im Sausal in der Südsteiermark gelegenen Destillerie Weutz lange Zeit als Geheimtipp in der Edelbrand- und Whiskyszene galt. Mittlerweile ist er schon 15 Jahre im Geschäft und bietet dank seiner Experimentierfreudigkeit, seiner Ausdauer, seiner Phantasie und seines Mutes 12 verscheidene Whiskys an.
Mit ihrem "
Hot Stone, White Smoke, Sugar Corn, Maroon, Moonshine und Franziska" gelingt es der Destillerie Weutz immer wieder Verkosterjury und Whiskyliebhaber mit hochwertigen Produkten zu überzeugen.

Auch Österreichische Spitzenbrenner stellen sich der Herausforderung, einen (besonderen) Whisky zu produzieren.
So gibt es beispielsweise seit November 2002 einen Single Malt Whisky aus dem Hause Reisetbauer
. Hans Reisetbauer hat eigens dafür vier Hektar Sommerbraugerste gepflanzt. Im Juli 1995 wurde dieses Getreide geerntet und bei einer benachbarten Mälzerei schonend gemälzt. Das Malz wurde geschrotet, bei 65 °C gemaischt, abgekühlt und in Edelstahltanks rund 70 Stunden vergoren. Die vergorene Maische wurde in Kupferkesseln im Rauh- und Feinbrandverfahren destilliert. Dieser Malzbrand kam mit rund 71 Prozent Alkohol in vier gebrauchte Trockenbeerenauslesen- und Chardonnayfässer von den österreichischen Spitzenwinzern Kracher und Velich und durfte langsam seiner Vollendung entgegenreifen.
Sowohl A la Carte wie auch Falstaff haben Reistbauer´s Single Malt Whisky mit 93 Punkten die bisher höchste Prämierungsnote verliehen und kamen einhellig zum Urteil, dass "der Single Malt Whisky von Hans Reisetbauer frische, florale Getreide- und Hefenoten hat, der Geschmack an dunklen Tabak und Bitterschokolade erinnert, dicht verwoben und der Alkohol gut eingebunden ist.“

Mit George No 1 hat Georg Hiebl seine erste Whiskykreation im September 2005 auf den Markt gebracht. Es handelt(e) sich dabei um einen Bourbon Whiskey aus Bio Mais, der in einem 100 Liter medium getoasteten französischen Eichenfaß 3 Jahre gereift ist.

Eine der jüngsten Whiskykreationen kommt aus dem Hause LAVA Bräu. Die im Steirischen Vulkanland gelegene Brauerei widmet sich seit 2003 dem Whisky und produzierte 2007 erstmals einen Single Malt Whisky. Der erste Österreichische Bio Whisky kommt unter der Marke "Bio Brisky" erstmals 2010 auf den Markt.
Im Gegensatz dazu behauptet eine andere Brauerei - nämlich das burgenländische Braugasthof Schmidt besser bekannt als Rabenbräu - mit Gründung der Whisky Destillerie Old Raven im Jahr 2004 zu den Pionieren der "Austrian Whisky" - Szene zu gehören.
Beiden gemeinsam ist, dass ihre Produkte noch nicht auf internationalen oder nationalen Prämierungslisten zu finden sind. Beiden gemeinsam ist der Familienname Schmidt und beiden gemeinsam ist auch eine außergewöhnlich professionelle und beispielgebende Werbelinie.

Auf der Liste der österreichischen "Whiskybrenner" dürfen natürlich Namen wie Josef Hochmair (Single Malt Whisky 1999 und 2000), Kurt Lagler (Pannonia Korn Malt 2002, Gerstenmalzbrand 2005, Pannonien Single Molt Korn), Valentin Latschen (Rauchmalz 2003), Siegfrid Herzog jun. (Mc Hagmoar Whisky), Michael Dotschekal (Koralm-Moltz 2006), Reinhard Meixner (Whisky Gold 2003), Michael Jachs (Viasaumbehm Wiski 2000), Willi Burgstaller (Hafer-, Gersten- und Roggen Whisky) und Franz Kostenzer (Rye & Malt Whisky Alpin, Grain Whisky Alpin) nicht fehlen. Sie alle haben sich der Herausforderung, einen alpenländischen Whisky zu produzieren mehr oder weniger nachhaltig jedenfalls mit hoher Produktqualität gestellt.

Also Gründe genug, um österreichischen Whisky zu verkosten!